SAP Engagement Cloud: Das neue „Engagement-Gehirn“ im SAP-Universum
die Bedeutung für SAP Emarsys Kunden
SAP hat mit der SAP Engagement Cloud ein neues Puzzleteil im CX-Portfolio angekündigt: ein zentrales System für Interaktionen, das auf der SAP Business Data Cloud und SAP Business AI aufsetzt und Marketing, Vertrieb, Service und Commerce auf eine gemeinsame Datenbasis bringt.
Während heute oft noch viele Einzellösungen nebeneinander laufen – CRM hier, Marketing-Automation dort, E-Mail-Tool extra, Webshop separat – soll Engagement Cloud genau diese Brüche schließen und Engagement über den gesamten Lifecycle orchestrieren.
Worum geht es bei SAP Engagement Cloud?
Kurz gesagt: SAP Engagement Cloud ist ein zentrales System für alle Interaktionen, das Daten aus verschiedenen SAP- und Drittsystemen zusammenführt und mit KI (Joule und weitere SAP Business AI-Services) in konkrete Aktionen übersetzt.
Die Idee dahinter:
- Omnichannel-Orchestrierung in Echtzeit Personalisierte Interaktionen über Web, E-Mail, SMS, App, Ads und weitere Kanäle – gesteuert aus einem System heraus.
- Joule und Embedded AI im Zentrum KI unterstützt bei Segmentbildung, Triggern, Next-Best-Action, Content-Vorschlägen und automatisierten Workflows – nicht nur im Marketing, sondern über die gesamte Journey.
- Gemeinsame Datenbasis über alle Bereiche Marketing, Sales, Service und Commerce greifen auf dieselben, in der Business Data Cloud harmonisierten Daten zu – inklusive operativer Informationen aus Finance, Logistics und Supply Chain.
- API-first und cloud-native Offen, modular und erweiterbar, sodass bestehende Systeme und Partnerlösungen eingebunden werden können.
Die Lösung ist aktuell noch in der Vorbereitung, die allgemeine Verfügbarkeit ist für 2026 angekündigt – strategisch denken lohnt sich also jetzt.
Wo steht Emarsys in diesem Bild?
SAP Emarsys ist seit Jahren das etablierte Customer Engagement & Marketing Automation-System im SAP-Portfolio – sehr stark aus der Marketer-Perspektive gedacht:
- Kampagnen, Journeys und Taktiken für E-Mail, SMS, Web, Mobile und Loyalty
- Viele Out-of-the-box-Use-Cases und Templates, speziell für Marketing-Teams
- Starke Reporting- und Optimierungsfunktionen
- B2C- und B2B-Szenarien (zweiteres insbesondere mit Account Engagement)
Emarsys ist also die Maschine, mit der Unternehmen heute schon sehr effektiv Kampagnen und Journeys steuern.
Die spannende Frage ist daher: Was bedeutet SAP Engagement Cloud für Unternehmen, die bereits Emarsys nutzen – und für alle, die es nicht tun?
1) Unternehmen, die bereits Emarsys nutzen
Wenn heute schon mit Emarsys gearbeitet wird, stellt sich nicht die Frage „abschaffen oder nicht“, sondern eher:
Wie kann Engagement Cloud das, was Emarsys bereits gut macht, sinnvoll ergänzen?
Mögliche Rolle von Emarsys in einer Zukunft mit Engagement Cloud
- Emarsys bleibt die Kampagnen- und Kanal-Engine E-Mails, SMS, Web-Personalisierungen, Loyalty – weiterhin über Emarsys, mit allen bekannten Taktiken und Journeys.
- Engagement Cloud wird zum übergeordneten Orchestrator
Praktisch kann das bedeuten:
- Ein Trigger entsteht in der Engagement Cloud, zum Beispiel „wichtige Bestellung hat Lieferverzug“ oder „Service-Ticket mit hohem Eskalationsrisiko“
- Die konkrete Kampagne oder Nachricht läuft über Emarsys, etwa ein E-Mail-Szenario mit Entschuldigung, Status-Update und Angeboten
- Gleichzeitig werden Sales und Service eingebunden, etwa durch Tasks oder Benachrichtigungen in den entsprechenden Systemen
Warum sich Emarsys-Kunden jetzt mit Engagement Cloud beschäftigen sollten
- Ein großer Teil der Grundlagen ist bereits vorhanden:
- Der nächste Schritt ist eher „Horizont erweitern“ als „noch ein Tool einführen“:
- Unternehmen können früh planen, wie Emarsys künftig in eine Engagement-Cloud-Architektur eingebettet sein könnte, statt später überrascht zu werden.
Fazit für Emarsys-Nutzer: Nicht Emarsys versus Engagement Cloud, sondern Emarsys mit Engagement Cloud denken. Kurzfristig bleibt Emarsys die zentrale Engagement-Plattform, mittelfristig kann Engagement Cloud die Rolle des unternehmensweiten Orchestrators übernehmen.
2) Unternehmen, die (noch) kein Emarsys nutzen
Wenn aktuell kein Emarsys im Einsatz ist, gibt es im Grunde zwei typische Ausgangssituationen:
A) Eine bunte Tool-Landschaft
- Mehrere E-Mail-Tools, etwas Marketing-Automation, CRM separat, Webshop eigenständig
- Daten sind verteilt, Personas und Segmente werden manuell zusammengestellt
- Reporting ist mühsam, weil jeder Kanal seine eigene Sicht hat
In diesem Fall bietet sich an:
Kurzfristig prüfen, ob Emarsys ein guter Hebel ist,
Parallel eine Zielarchitektur mit Engagement Cloud im Hinterkopf zu entwerfen:
B) Unternehmen am Anfang strukturierter CX- und Marketing-Automation
Hier gibt es den Vorteil, dass weniger Altlasten existieren.
Möglicher Weg:
- Klar definieren, welche Use Cases zuerst benötigt werden (z. B. Welcome-Journeys, Reaktivierung, Cross- und Upsell, Service-Kommunikation).
Entscheiden, ob zunächst mit einem reinen Marketing bzw. Execution-Tool gestartet wird, - Da Engagement Cloud erst 2026 allgemein verfügbar sein wird, müssen Unternehmen nicht „warten“. Wer heute startet, kann später deutlich souveräner entscheiden, wie die Puzzleteile zusammenspielen sollen.
- Fazit für Unternehmen ohne Emarsys: Es besteht die Chance, die Engagement-Landschaft von Beginn an so aufzubauen, dass sie in ein zukünftiges Engagement-Cloud-Szenario hineinpasst – statt später gegen vorhandene Strukturen anarbeiten zu müssen.
Gesamtfazit
Emarsys ist und bleibt ein starkes, marketer-zentriertes Kampagnen- und Omnichannel-Tool, das heute bereits schnell Business Value liefern kann.
SAP Engagement Cloud zielt auf die nächste Evolutionsstufe: ein unternehmensweites Engagement-System, das Daten und KI über Marketing hinaus in die gesamte Organisation trägt.
In einem Bild:
Emarsys ist die Maschine, mit der Kampagnen gefahren werden. Engagement Cloud ist das Gehirn, das erkennt, wann, wo und warum überhaupt welche Interaktion gestartet werden sollte – und zwar über das Marketing hinaus.
Die entscheidende Frage für jedes Unternehmen – mit oder ohne Emarsys – lautet daher:
Wie viele isolierte Engagement-Tools sind heute noch im Einsatz, und was wäre möglich, wenn alles auf einem gemeinsamen Daten- und KI-Fundament laufen würde?
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