Vibe Coding in SAP Sales und Service Cloud V2? Safe!
Vibe Coding in SAP Sales & Service Cloud V2 – KI-gestützte Entwicklung im Praxistest
Manchmal gibt es diese Wochen, die einem sehr deutlich zeigen, dass sich gerade etwas grundlegend verändert!
Genau so eine Woche hatten wir jetzt.
Aus einer Idee und einem fachlichen Konzept, ist innerhalb von nur fünf Tagen ein produktionsreifer Proof of Concept oder eher noch ein Minimum Viable Product entstanden. Kick-off war am Montag, Go-live am Freitag. Wenn ich bis hierhin noch nicht eure Aufmerksamkeit habe, dann weiß ich es auch nicht.
Und das Spannende daran ist nicht nur das Ergebnis. Spannend ist vor allem der Weg dorthin: Der gesamte Use Case wurde mit massiver Unterstützung von KI-basierter Softwareentwicklung umgesetzt. Oder, etwas weniger technisch formuliert: Wir haben sehr konkret erlebt, was heute mit Vibe Coding, guter fachlicher Steuerung und den richtigen Leuten möglich ist.
Die Ausgangsidee
Unser Ziel war es, zu zeigen, was inzwischen im SAP-Umfeld realistisch umsetzbar ist, wenn man KI konsequent als Entwicklungsbeschleuniger einsetzt. Geht das, was wir alle seit Monaten in unsere LinkedIn- oder Instagram-Bubble sehen wirklich? Und vor allem: Wie weit?
Im Kern ging es um eine Lösung für einen „AI Fallassistenten“ im Service-Kontext. Also um eine Anwendung, die eingehende Anfragen analysiert, strukturiert aufbereitet und den Mitarbeitenden sofort verwertbare Hilfestellung gibt.
Der Anspruch war dabei nicht, eine nette Demo zusammenzuklicken, die nur unter Laborbedingungen funktioniert. Der Anspruch war von Anfang an: Wir wollen zeigen, wie Erweiterungen und Individualisierungen für SAP- und Customer-Experience-Lösungen heute schnell, effizient und mit echter Relevanz entwickelt werden können.
Die Idee und das fachliche Konzept kamen von mir. Die eigentliche Umsetzung haben zwei Kollegen aus unserem Team übernommen...mit beeindruckender Geschwindigkeit, hoher technischer Präzision und einer großen Bereitschaft, sich konsequent auf neue Arbeitsweisen einzulassen. Claude Code, let's go!
Planung und Steuerung: KI nicht als Gimmick, sondern als Arbeitsmodus
Besonders bemerkenswert war für mich schon der Projektstart. Aus einem groben Konzept hat die KI innerhalb kürzester Zeit detaillierte Anleitungen, To-do-Listen und einen konkreten Zeitplan erzeugt. Statt klassischer langer Vorlaufphasen konnten wir also sehr schnell von der Idee in die Umsetzung gehen.
Dabei haben wir intensiv mit einem „KI-Ping-Pong“ gearbeitet: Prompts wurden zwischen verschiedenen Modellen und Umgebungen weiterentwickelt, geschärft und optimiert. Dieses Wechselspiel hat enorm geholfen, sowohl die Qualität der Anforderungen als auch die Geschwindigkeit der Umsetzung hochzuhalten.
Das war kein „einmal prompten und fertig“. Es war ein sehr aktiver, kreativer und iterativer Prozess. Genau darin liegt aus meiner Sicht einer der großen Hebel: KI funktioniert am besten, wenn man sie nicht nur benutzt, sondern bewusst führt, spiegelt und in einen guten Arbeitsfluss einbindet.
0 Prozent händisches Coding – und trotzdem sauber umgesetzt
Ein Satz aus dem Projekt ist mir besonders hängen geblieben: Das Frontend und Backend wurden zu 0 Prozent händisch programmiert. Wenn man das vor kurzem noch erzählt hätte, hätte es wahrscheinlich wie eine steile These geklungen. Oder wie man heute sagt: Ein "Hotter Take". Nach dieser Woche fühlt es sich eher wie ein realistischer Ausblick auf die neue Arbeitsweise an.
Die KI hat selbstständig passende SAP-APIs ausgewählt, Schnittstellenbeschreibungen erstellt und auftretende Fehlermeldungen eigenständig bearbeitet. Teilweise wurden Screenshots oder Fehlermeldungen analysiert und daraus direkt Lösungsschritte abgeleitet. Selbst das Setup der Entwicklungsumgebung war nach rund zwei Stunden erledigt.
Natürlich heißt das nicht, dass Menschen überflüssig werden. Im Gegenteil. Es braucht Menschen, die die fachliche Idee formulieren, die Richtung vorgeben, Ergebnisse bewerten und die richtigen Entscheidungen treffen. Aber der Hebel in der Umsetzung ist inzwischen massiv.
Deployment auf der BTP: schnell, pragmatisch, produktionsnah
Die Anwendung wurde auf der SAP Business Technology Platform deployed. Auch hier gab es natürlich Herausforderungen, zum Beispiel rund um die Build-Größe. Zwischenzeitlich standen 5 GB im Raum, was nicht gerade nach „mal eben schnell“ klingt.
Aber genau an solchen Stellen hat sich gezeigt, wie leistungsfähig dieses Zusammenspiel aus KI und erfahrenen Kolleginnen und Kollegen sein kann: Probleme wurden zügig analysiert, Lösungen erarbeitet und das Deployment erfolgreich abgeschlossen.
Zusätzlich wurde eine saubere Authentifizierung umgesetzt. Der Zugriff ist damit nicht offen, sondern abgesichert über Login. Auch Single Sign-On ist bereits angebunden. Mit anderen Worten: Wir reden hier nicht über eine lose Demo auf Zuruf, sondern über eine Lösung, die produktionsreif umgesetzt wurde.
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Aus unstrukturierter Anfrage wird verwertbare Unterstützung
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- eine inhaltliche Zusammenfassung der Anfrage,
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- konkrete Handlungsempfehlungen für die weitere Bearbeitung.
Besonders charmant: Selbst das UI-Design wurde von der KI so gewählt, dass es sich nah am SAP-Standard bewegt. Das Ergebnis wirkte dadurch nicht wie ein Fremdkörper, sondern wie eine Anwendung, die sich gut in die bestehende Systemwelt einfügt.
Integration in die SAP Service Cloud
Der MVP wurde via Mashup in die SAP Service Cloud V2 integriert.
Die Anwendung erkennt automatisch die Case-ID des aktuellen Falls und kann die zugehörigen Daten direkt laden. Genau das ist für mich ein zentraler Punkt: Der Mehrwert entsteht nicht nur durch „coole KI“, sondern durch den praktischen Einsatz an der richtigen Stelle im Prozess.
Warum das gerade für uns als IT-Beratung so spannend ist
Für mich geht die Erkenntnis aus dieser Woche weit über diesen einen Use Case hinaus.
Gerade für uns als IT-Beratung ist diese Entwicklung hochspannend. Warum? Weil KI-basierte Softwareentwicklung ihre größte Stärke genau dort entfaltet, wo Technologie auf echtes Prozessverständnis trifft.
Und genau das ist unser Spielfeld.
Denn am Ende entscheidet nicht die KI allein über den Erfolg einer Lösung. Entscheidend ist, ob jemand versteht, wie Prozesse im Unternehmen tatsächlich funktionieren. Wo Medienbrüche entstehen. Wo Bearbeitungszeiten verloren gehen. Welche Informationen in einem Serviceprozess wirklich relevant sind. Welche Entscheidungsschritte standardisierbar sind und welche bewusst beim Menschen bleiben müssen.
Mitarbeitende mit hoher Prozesskompetenz bringen genau diese Perspektive mit. Sie können fachliche Anforderungen sauber strukturieren, Schwachstellen identifizieren und sehr präzise beschreiben, was eine Lösung leisten muss. Und genau dadurch werden sie im Zusammenspiel mit KI noch wirksamer.
Denn KI ist extrem stark darin, Geschwindigkeit zu erzeugen. Aber die Richtung muss stimmen.
Wenn Menschen mit Prozessverständnis die richtigen Fragen stellen, die fachlichen Leitplanken setzen und Ergebnisse kritisch bewerten, dann entsteht ein enormer Hebel. Aus Beratung wird dann nicht nur Konzeption. Aus Beratung wird sehr schnelle, sehr konkrete Umsetzungsfähigkeit.
Prozesskompetenz wird zum Multiplikator
Ich glaube, genau hier liegt ein zentraler Punkt für unsere Branche:
Früher war hohe Prozesskompetenz vor allem wichtig, um Anforderungen sauber aufzunehmen, Fachkonzepte zu erstellen und Projekte gut zu strukturieren. Das bleibt wichtig. Aber mit KI kommt jetzt eine neue Dimension hinzu.
Prozesskompetenz wird zum Multiplikator.
Wer Prozesse wirklich versteht, kann KI sehr viel besser steuern. Kann präzisere Prompts formulieren. Kann Ergebnisse schneller validieren. Kann fachlich erkennen, ob eine scheinbar elegante Lösung in der Praxis wirklich tragfähig ist oder ob sie nur auf den ersten Blick gut aussieht. Das verändert die Rolle von Beratung spürbar.
Wir liefern nicht mehr nur PowerPoint und Zielbilder. Wir können in sehr kurzer Zeit aus einer belastbaren Idee einen funktionierenden, produktionsnahen Prototypen machen. Nicht irgendwann im Projektverlauf. Sondern sehr früh. Sehr greifbar. Sehr konkret. Und genau das ist für Kundinnen und Kunden enorm wertvoll.
Fachlichkeit und Technologie rücken noch enger zusammen
Was mich an dieser Entwicklung besonders begeistert: Die Trennung zwischen Fachlichkeit und technischer Umsetzung wird kleiner. Wenn eine gute fachliche Idee heute mit KI-gestützter Entwicklung nahezu unmittelbar in ein funktionierendes Artefakt überführt werden kann, dann gewinnen vor allem Teams, die beides zusammenbringen: Prozessverständnis und Technologieverständnis. Für uns als Beratung ist das eine riesige Chance.
Denn wir sind nah an den Prozessen unserer Kunden. Wir verstehen fachliche Abläufe, organisatorische Realitäten und die Systemlandschaften dahinter. Wenn wir dieses Wissen mit KI-gestützter Entwicklung kombinieren, können wir nicht nur schneller liefern — wir können zielgenauer liefern. Nicht Technik um der Technik willen. Sondern Lösungen, die in echten Prozessen einen Unterschied machen.
Der eigentliche Mehrwert: Geschwindigkeit plus Relevanz
Viele können auf KI schauen und vor allem die Beschleunigung sehen. Ich glaube aber, das eigentliche Potenzial liegt in der Kombination aus Geschwindigkeit und Relevanz. Schnell etwas zu bauen, das am Bedarf vorbeigeht, hilft niemandem. Schnell etwas zu bauen, das fachlich sitzt, prozessual sinnvoll ist und sich in bestehende SAP-Welten integrieren lässt, das ist hochrelevant.
Und genau deshalb bin ich überzeugt, dass IT-Beratungen mit starker Prozesskompetenz in dieser Entwicklung eine besonders gute Ausgangsposition haben. Nicht weil KI Beratung ersetzt. Sondern weil gute Beratung mit KI noch wirksamer wird.
Was wir dabei gelernt haben
Natürlich arbeitet KI nicht nur schnell, sondern manchmal auch mit eigenem Charakter. Ein schönes Beispiel aus dem Projekt: Logging-Code wurde von der KI zum Teil selbstständig wieder entfernt, sobald ein Fehler behoben war. Effizient? Ja. Ein bisschen eigenwillig? Ebenfalls ja.
Genau das macht die aktuelle Phase so spannend. KI ist kein linearer Taschenrechner, sondern eher ein sehr leistungsfähiger, manchmal überraschend autonomer Umsetzungspartner. Man muss lernen, damit umzugehen. Man muss kontrollieren, bewerten, gegenlesen und Qualität sichern.
Aber wenn man das tut, entsteht eine Entwicklungsgeschwindigkeit, die aus unserer Sicht mindestens doppelt so hoch ist wie bei klassischen Vorgehensweisen. Und wahrscheinlich ist selbst das erst der Anfang.
Der entscheidende Punkt: Nicht Technikshow, sondern ein neues Entwicklungsmodell
Für mich ist die wichtigste Erkenntnis aus dieser Woche nicht nur, dass wir einen starken MVP gebaut haben.
Die eigentliche Erkenntnis ist: KI-basierte Softwareentwicklung ist inzwischen weit über den Experimentierstatus hinaus. Gerade im SAP-Umfeld, das oft als schwerfällig oder besonders komplex wahrgenommen wird, lassen sich Erweiterungen und Individualisierungen heute deutlich schneller umsetzen, als viele noch vermuten.
Wenn Idee, Fachlichkeit, technisches Know-how und ein kluger Einsatz von KI zusammenkommen, dann reden wir nicht mehr über ferne Zukunft. Dann reden wir über eine sehr konkrete Gegenwart.
Montag Kick-off. Freitag Go-live. Produktionsreife Lösung.
Das ist kein Hype-Satz. Das ist das Ergebnis dieser Woche. That's it.
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